Viele junge Berufsleute glauben, sie hätten ein Zeitmanagement-Problem.
In Wahrheit haben sie etwas anderes: zu viele Erwartungen, zu wenig Struktur und null Puffer.
Sie wollen alles:
- im Job liefern
- in der Weiterbildung bestehen
- sozial präsent sein
- sich entwickeln
- nichts verpassen
Das Resultat ist oft dasselbe:
volle To-do-Listen, leere Akkus und das Gefühl, ständig hinterherzulaufen.
Zeitmanagement scheitert dabei selten am Willen –
sondern fast immer am falschen Umgang mit Zeit.
Das eigentliche Problem: Alles ist gleichzeitig wichtig
Wer keinen klaren Umgang mit Prioritäten hat, erlebt den Alltag als Dauerstress.
Alles fühlt sich dringend an. Alles will Aufmerksamkeit. Alles passiert jetzt.
Genau hier setzen die Methoden an, die wir im Unterricht anschauen –
nicht als Theorie, sondern als Überlebenshilfe im Alltag.
1. Die ALPEN-Methode – Planung, die Luft lässt
Die ALPEN-Methode ist kein Kontrollinstrument, sondern ein Realitätscheck.
- A – Aufgaben notieren
Nicht im Kopf behalten. Aufschreiben. Alles. - L – Länge schätzen
Ehrlich. Nicht optimistisch. - P – Pufferzeiten einplanen
Weil der Tag nie so läuft wie geplant. - E – Entscheidungen treffen
Was mache ich heute wirklich – und was bewusst nicht? - N – Nachkontrolle durchführen
Nicht um sich zu kritisieren, sondern um zu lernen.
Viele junge Leute scheitern nicht an der Arbeit,
sondern daran, dass sie jeden Tag ohne Puffer planen.
2. Pareto-Prinzip – Nicht alles zählt gleich viel
80 Prozent der Ergebnisse entstehen mit rund 20 Prozent des Einsatzes.
Das heisst:
- Ein kleiner Teil deiner Aufgaben bringt den grössten Effekt.
- Der Rest beschäftigt dich – bringt aber wenig Wirkung.
Wer das nicht versteht:
- arbeitet viel
- ist ständig müde
- kommt trotzdem nicht voran
Zeitmanagement heisst nicht, mehr zu machen,
sondern das Richtige.
3. ABC-Analyse – Wichtig ist nicht dringend
Die ABC-Analyse zwingt zur Ehrlichkeit:
- A-Aufgaben: entscheidend für Zielerreichung
- B-Aufgaben: wichtig, aber nicht kritisch
- C-Aufgaben: nett, aber verzichtbar
Das Problem vieler junger Berufsleute:
Sie verbringen zu viel Zeit mit C-Aufgaben –
weil diese sich gut anfühlen und wenig Widerstand erzeugen.
Wachstum entsteht aber bei den A-Aufgaben.
4. Eisenhower-Prinzip – Dringlichkeit ist oft eine Falle
Dringend ist laut. Wichtig ist leise.
Das Eisenhower-Prinzip zeigt:
- Was wichtig und dringend ist → sofort handeln
- Was wichtig, aber nicht dringend ist → bewusst planen
- Was nur dringend ist → delegieren oder begrenzen
- Was weder wichtig noch dringend ist → streichen
Gerade junge Leute reagieren oft reflexartig auf Dringlichkeit –
und verlieren dabei ihre eigentlichen Ziele aus den Augen.
Warum viele junge Leute ins Straucheln kommen
Nicht, weil sie unfähig sind.
Sondern weil sie:
- zu viel gleichzeitig wollen
- zu wenig Nein sagen
- Planung mit Kontrolle verwechseln
- Pausen als Schwäche sehen
Zeitmanagement scheitert nicht an Methoden.
Es scheitert an Selbstüberforderung.
Zeitmanagement ist Selbstführung
Wer seine Zeit nicht steuert, wird von ihr gesteuert.
Und wer ständig über seine Grenzen geht, zahlt irgendwann den Preis.
Die gute Nachricht:
Zeitmanagement kann man lernen.
Nicht perfekt. Aber wirksam.
Und genau darum geht es.
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